Ein Domizil für die Schützen

Schützenhaus
Schützenhaus

Mömbris-Schimborn
Der Schützenverein Treff Schimborn kann mittlerweile auf 107 Jahre zurückblicken. Nicht ganz so lange, aber doch immerhin etwa 20 Jahre hat es gedauert, bis ein großer Vereinswunsch verwirklicht werden konnte: Der Bau eines eigenen Schützenhauses. Am Sonntag geht er mit der offiziellen Einweihungsfeier in Erfüllung.

Der Wunsch nach einem eigenen Domizil wurde laut, als die bisher genutzten etwa 36 Quadratmeter großen Räumlichkeiten im Gasthaus »Zur Rose« in Schimborn nicht mehr den Anforderungen eines zeitgemäßen Schießstands entsprachen. »An sechs Schießständen konnten noch nicht einmal zwei Mannschaften zur gleichen Zeit an den Start gehen, was immer wieder zu erheblichen Verzögerungen bei Wettkämpfen führte«, erklärt der Vereinsvorsitzende Andreas Höfler.

Fehlende Parkplätze

Weitere Probleme schufen die fehlenden Parkplätze in der engen Ortsdurchfahrt und die Situation der Bogenschützen. Diese mussten bisher vor allem in den Wintermonaten die schweren Zielscheiben ständig zwischen Lager und Turnhalle hin und her transportieren.
So wurde vor einigen Jahren der Bau eines eigenen Vereinsheims ins Auge gefasst. Die bisherigen Versuche scheiterten jedoch an der Standortwahl. Erst als der jetzige Platz im vorderen Bereich des Festplatzes feststand, nahm das Verfahren seinen Lauf. Die Baugenehmigung des Landratsamts lag bereits im Frühjahr 2007 vor. Der Verein musste jedoch noch auf die Zustimmung aus München warten, weshalb der erste Spatenstich erst im März 2009 geführt wurde.
Von den rund 100 Vereinsmitgliedern beteiligten sich 56 mit knapp 8500 Arbeitsstunden überwiegend samstags am Bau »ihres« Vereinsheims. Die Frauen waren tatkräftig dabei, indem sie die Helfer regelmäßig mit einem warmen Mittagessen, Kaffee und Kuchen versorgten, und einige der ortsansässigen Firmen stellten Material oder Geräte teilweise kostenlos zur Verfügung. »Kleinere Restarbeiten werden zur Einweihung zwar noch nicht beendet sein. Das wird unsere Freude aber nicht schmälern«, so Höfler weiter.
Das Gebäude wurde so konzipiert, dass sich im Erdgeschoss ein großer, an der höchsten Stelle etwa sieben Meter hoher Raum befindet, der Platz bietet für 16 Stände für Luftdruckwaffen. Daneben gibt es einen eigenen Raum, in dem die Auswertungen stattfinden können. Dank der Raumhöhe im Erdgeschoss konnte im ersten Stock eine Galerie erstellt werden, von der aus bei Wettkämpfen die Zuschauer eine gute Sicht haben. Außerdem befinden sich im ersten Stock zwei Umkleideräume. Die Bogenschützen verfügen im Untergeschoss über einen großen Raum, in dem sie insbesondere während der Wintermonate an vier Ständen trainieren können, sowie einen Aufenthaltsraum.
Die Baukosten wurden von Architekt Peter Schlämmer aus Vormwald auf rund 425 000 Euro angesetzt. Durch unvorhergesehene Ereignisse werde aber eine Kostensteigerung von bis zu zehn Prozent erwartet. Finanziert werde der Bau mit dem Eigenkapital und den Eigenleistungen des Vereins, mit Zuschüssen der Marktgemeinde und des Bayerischen Sportschützenbunds sowie einem Kredit, für den die Marktgemeinde bürge. Hinzu komme ein Zuschuss des Vereinsrings, der im Gegenzug im Untergeschoss einen Lagerraum erhält und bei Veranstaltungen, wie der Kerb, die Toilettenanlagen für die Besucher öffnen kann.
Die große Halle im Erdgeschoss soll aber nicht nur den Schützen dienen. Vielmehr bietet sie allen Schimborner Vereinen Platz für Veranstaltungen mit bis zu 180 Personen. Während die Bogenschützen im neuen Domizil bereits trainiert haben, ist für die Luftdruckschützen das Eröffnungsschießen noch geplant. Das neue Domizil gibt vermutlich auch Auftrieb bei sportlichen Erfolgen, denn aktuell ist die erste Mannschaft Meister im Luftgewehr in der Bezirksgruppe West. Am Mittwoch, 25. Mai, bestreitet sie einen Kampf gegen Versbach zum Aufstieg in die Bezirksliga. Marion Stahl

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